Quelle:www.lsklv-ddr.de/vhz14.htm

Historie:

Die DDR war territorial sehr klein. Aufgrund der Lage an der Trennlinie zwischen den Machtblöcken NATO und Warschauer Vertrag jedoch vollgepfropft mit Fliegerkräften der Sowjetarmee und der NVA.
Bert Kondruss hat dazu einen sehr guten Überblick zu diesem Luftraum erarbeitet.

DDR-Luftraum by Bert Kondruss

Aufgrund der hohen Dichte an Fliegerkräften konnten die Einheiten nicht jeden Tag den Flug üben, sondern es gab spezielle Flugtage.
Einen Gesamtüberblick über alle Flugtage ist nicht mehr bekannt. Zudem mussten Zeitschienen / Zeitfenster beachtet werden.
Jedes Fliegergeschwader / Staffel hatte aber seine zugewiesenen Flugtage, es waren meist drei in der Woche: Zwei Haupt- und ein Reservetag. Geflogen wurde jedoch, wenn das Wetter es ermöglichte, meist an allen drei Tagen.
Die Flugdiensttage lagen meist zwei Tage auseinander.
Zur Beachtung:
Die Tagesregelung war nicht auf ein Geschwader bestimmt - sondern für den Flugplatz. Demzufolge mussten sich bei Doppelbelegung des Platzes die Geschwader / Staffeln den Flugtag teilen oder bei Verlegungen den Flugbedingungen des dortigen Flugplatzes nachkommen.

Dieser Flugbetrieb bedarf einer gewissen Steuerung im Interesse der Flugsicherheit. Diese Steuerung erfolgte bis 1975 in 2 Varianten:

Variante 1:

GSSD Heeresflieger und 16. Luftarmee:
Im Grunde galt auch dort die Wochentagsregelung. Jedoch real legte jeder Geschwaderkommandeur seine Flüge frei fest und donnerte dann mit seinen Maschinen loß.
Koordiniert wurde in Regionen. Die Koordinierungsstelle saß also beim Kommandeur der Jagdflieger - bzw. Jagdbomberdivision. Dort erfolgte die Koordinierung jedoch nur für die direkt unterstellten Geschwader.
Was geflogen wurde, meldete der Steuermann der Division an den Hauptsteuermann der 16. Luftarmee informativ.
Ein derart einseitiges Flugregime führte zu Zwischenfällen und Flugabbrüchen auf NVA Seite- da GSSD ja als Besatzungsmacht Vorrang hätte.

Variante 2:

Fliegerkräfte der NVA und bewaffnete Organe:
Das NVA Geschwader meldete seine Flugplanung und Strecken im Gefechtsstand der LVD an. Im GS der LVD erfolgte eine Sammlung der Anmeldungen. Diese gesammelten Fluganmeldungen gingen dann von GS LVD zum ZGS LSK/LV Gruppe Flugkontrolle.
Im ZGS wieder Sammlung und Vorkoordinierung im NVA Bereich. Dann Meldung durch ZGS LSK/LV NVA zum Hauptsteuermann der 16. Luftarmee.
Flugbewegungen der NVA ( LSK/LV ) waren nur gestattet, was dann vom Hauptsteuermann 16. Luftarmee genehmigt wurde.
Eigenständige Flugbewegungen der NVA ohne Zustimmung der GSSD 16. Luftarmee waren ( außer Gefechtssstarts im DHS ) nicht gestattet.

Andere Flieger wie Hubschrauber des MDI oder Flugzeuge der GST meldeten ihre Flüge der zivilen Flugsicherung und dem ZGS LSK / LV ohne Koordinierung.

Aus diesen komplizierten Gründen regte der damalige Leiter Abt. Gefechtsstände und Flugsicherung, Generalmajor Dr. Henkes, eine gemeinsame Flugkoordinierungszentrale der GSSD und der NVA an.
Daraus entstand dann die Hauptflugsicherungszentrale Wünsdorf -- bei der die VHZ - 14 nur die NVA-Sektion war.

Die VHZ-14:

NVA und die Hauptflugsicherungszentrale :
Die Hauptflugsicherungszentrale ( GOZ ) war ein 1975 gebildetes Arbeitsorgan des Stabes der Luftstreitkräfte der GSSD / WGT ( 16. Luftarmee ) und des Kommando LSK / LV NVA zur Klärung von Verfahren der Flugsicherung im Luftraum der DDR - ARBEIT als Flugkoordinationszentrale.
Angesiedelt beim Oberbefehlshaber der 16. Luftarmee.

Aufgaben waren:
die unmittelbare Planung, Vorbereitung , Koordinierung von sämtlichen Flügen im Luftraum der DDR.

Die Hauptflugsicherungszentrale ( GOZ ) Wünsdorf gliederte sich in zwei Arbeitbereiche: