Quelle:www.lsklv-ddr.de/alk.htm

Das Amt für Luftraumkoordinierung ( ALK ) ist die letzte in der LSK / LV der DDR gegründete Einrichtung.

Mit Beschluss der 77. Sitzung des Nationalen Verteidigungsrates (NVR) sowie dem Befehl 81 / 89 des Ministers für Nationale Verteidigung sollte zur Verbesserung der Flugsicherheit in der DDR in Berlin - Schönefeld ein Amt für Luftraumkoordinierung geschaffen werden.
Dieses ALK wurde dem STM Chef LSK / LV zugeordnet. Erster Direktor des ALK wurde Generalmajor Hiermann ( zuvor Stellv. Chef des Stabes für GS / A).
Zum Standort eines Gemeinsamen Flugsicherheitszentrums wurde Berlin - Schönefeld Süd bestimmt..
Als telefonische Erstanschaltung wurde die Rufnummer 470 vom ZGS Fürstenwalde aus geschalten.
Ziel: Wahrnahme der staatlichen Verantwortung zur Benutzung des Luftraumes der DDR und die Schaffung eines einheitlichen militärisch - zivilen Flugsicherungssystems der DDR.
Hauptaufgaben des ALK: Sicherung der Flugregime der Partei -u. Staatsführung im Luftraum der DDR.
Gewährleistung von Flügen im Interesse der Volkswirtschaft in Räumen intensiver militärischer Flugbewegungen.
Bearbeitung von Anträgen für nationalen und internationalen Flügen mit besonderer Genehmigung, einschließlich Flugveranstaltungen.
Sicherung von Ausbildungsmaßnahmen von NVA und GSSD / WGT bei minimaler Einschränkung zur Nutzung des Luftraumes durch zivile Flugzuge.
Koordinierung von Handlungen bei Havarien von Luftfahrzeugen.
Erarbeitung von Vorschlägen zur Vervollkommnung der Rechtsvorschriften für die Benutzung des Luftraumes der DDR.

Es war vorgesehen, dass in diesem ALK Beauftragte der NVA, der Zivilluftfahrt, der GST in gemeinsamer Arbeit den Luftraum der DDR koordinieren, erforderliche Entscheidungsvorschläge für den MfNV oder STM CLSK / LV erarbeiten und die Entscheidungen über Prioritäten oder Regime für die Benutzung des Luftraumes gegenüber den militärischen und den zivilen Flugsicherungsorganen durchsetzen !
Der Minister für Verteidigung der UdSSR hatte zugestimmt, dass Vertreter der GSSD in einem zu schaffenden staatlichen Organ BERATEND mitarbeiten !
Mit dem Aufbau des ALK wurde bereits mit dem Beschluss des NVR begonnen, so das Teile des ALK bei Erlass des Befehls 81 / 89 bereits arbeitsfähig waren. Unter Leitung des Kdo LSK / LV war bereits damit begonnen worden, eine leer stehende Wartehalle in Diepensee zu einem Großraumbüro des ALK umzubauen.
Mit der Schaffung der nachrichtentechnischen Strukturen ( Kabel, Verteiler, Telefonanlage, Telefone, Nebenstellenanlage etc. ) war das Nachrichtenbetriebsamt beauftragt !

Mit der Schaffung des - Amt für Luftraumkoordinierung (ALK) - war verbunden, die Schaffung und Aufbau der Elemente des ALK:

1. Schaffung einer Nationalen Flugsicherungszentrale in Berlin-Schönefeld.

Die Nationale Flugsicherungszentrale hatte die Aufgabe:
Die Planung, Verkehrsflusssteuerung und unmittelbar Leitung von internationalen u. nationalen zivilen sowie militärischen Luftfahrzeugen in den internationalen Luftfahrtstrassen der DDR und den Flughafenzonen Berlin -Schönefeld, Leipzig, Dresden und Erfurt durchzuführen und den Anflug der Flugplätze Marxwalde, Sperenberg und Strausberg zu koordinieren.
Sie sollte aus dem Bestand der Flugüberwachung der Zivilluftfahrt, der zivilen Bezirkskontrolldienste Berlin -Schönefeld, Friedland und Cottbus und aus dem Personal der Flugsicherungsorgane der NVA und der GSSD gebildet werden.

2. Reorganisation dee Vereinigten Hauptzentrale für Flugsicherung ( VHZ -14 ) in Wünsdorf.
Die VHZ - 14 ist gemeinsames Arbeitsorgan des Stabes der LSK / LV NVA und des Stabes LSK der GSSD und führt entsprechend dem abgestimmten Flugregime die unmittelbare Koordinierung der militärischen Flüge außerhalb der internationalen Luftstrassen und internationalen Flughäfen der DDR.
Die bestehende VHZ - 14 sollte durch Umverteilung von Aufgaben sowie Ausrüstung mit Automatisierungskomplexen reorganisiert werden.

3. Schaffung von Vereinigten Zonenflugsicherungszentralen in den Gefechtsständen der GSSD Luftverteidigung Wittstock und Merseburg.
Die Vereinigten Zonenflugsicherungszentralen ( VZZ ) führen als operative Flugsicherungsorgane die Koordinierung der militärischen und zivilen Flüge in ihrem Verantwortungsbereich durch - ohne in die Flugbewegungen in den internationalen Luftstrassen oder internationalen Flughäfen der DDR einzugreifen. Sie arbeiten zur Luftraumüberwachung direkt mit den Luftverteidigungsorganen zusammen. Ihre Entfaltung in der Nähe von GSSD Führungsstellen der Luftverteidigung wurde deshalb für zweckmäßig erachtet. In diesen Zonenflugsicherungszentralen sollten die bestehenden Flugsicherungsorgane der 1. LVD und 3. LVD NVA sowie der GSSD Merseburg, Zerbst, Großenhain und Wittstock sowie Teile der zivilen Bezirkskontrolldienste Friedland und Cottbus zu gemeinsamen Organen zusammengeführt und mit Automatisierungskomplexen ausgerüstet werden. Damit wären auch bisherige Aufgaben der VHZ - 14 auf die Zonenflugsicherungszentralen übergegangen.

JEDOCH konnten sich die russischen Streitkräfte beharrlich bis zum Ende der DDR entziehen. Denn was interessierte denen ein Beschluss des Nationalen Verteidigungsrates der DDR, da die GSSD/WGT dem Status nach immer noch Besatzungstruppen waren !

4. Schaffung der Vereinigten Gebietsflugzentrale MITTE in Berlin-Schönefeld.
Die Vereinigte Gebietsflugzentrale MITTE führte die operative Koorddinierung der Ein - und Ausflüge von Luftfahrzeugen der NVA und der GSSD in den Flugraum des Flughafens Berlin - Schönefeld mit den zivilen Luftfahrzeugen sowie die unmittelbare Leitung aller Luftfahrzeuge beim an - und Abflug der Flugplätze Marxwalde, Sperenberg und Strausberg und beim Ein - und Ausflug militärischer Transport - und Verbindungsflugzeuge in die internationalen Luftstrassen durch.
Sie wurde aus der bestehenden Anflugkontrollstelle des Flughafens Berlin - Schönefeld sowie militärischen Flugsicherungspersonal der NVA und der GSSD gebildet.
Es sollte zudem von dort ERSTMALS eine Verbindung zur Berliner Flugsicherungszentrale der Alliierten geschaffen werden !

5. Am Standort Berlin - Schönefeld Süd war ein Gebäudekomplex " Gemeinsames Flugleitzentrum " zu schaffen.
Im Dezember 1989 begann das ALK seine Arbeit von Berlin - Schönefeld aus - unter Einbeziehung der VHZ -14 sowie den Flugsicherungsorganen ACC Friedland und Cottbus. Laut Befehl 91 / 89 sollte der militärische Teil des ALK zum 01.12.1990 in den vollen Einsatz gehen und das ALK selbst zum 01.01.1992 voll Einsatzbereit sein.

Am 17.08.1990 ging das ALK in Betrieb.
Postfachnummer: 33642

Das ALK wurde nach dem 03.10.1990 Außenstelle des Amtes für Flugsicherung der Bundeswehr.
Dann mit dem Flugsicherungssektor "G" Berlin - Tempelhof ( entstanden aus BARTCC Tempelhof und den ACC Friedland und Cottbus sowie Teile Flugsicherung der Plätze Dresden und Leipzig ).
Sowie der Luftraumkoordinierungsstelle ( Luko) Wünsdorf ( Ex - VHZ-14 ). Diese Struktur wurde dann bis zum Ende Abzug der GSSD / WGT im Jahre 1994 abgewickelt.